Zukunftswerkstatt Radionachrichten: „Macht, was ihr wollt.“

Ergebnisse eines Experiments.
Und am Ende ein dringender Wunsch.

27 Macher, 3 Nachrichtensendungen, keine Regeln. Und: „Macht, was ihr wollt. Einfach eine Nachrichtensendung anders als sonst.“ Seminarchef Dietz Schwiesau schickt die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt mit einem Lächeln an die Arbeit. Die lächeln zurück. Und freuen sich. Zunächst. Denn Ideen und Anregungen hatten sie am Tag zuvor schon viele bekommen. Der MDR Sachsen-Anhalt, die ARD.ZDFmedienakademie und die Akademie für politische Bildung Tutzing hatten zur Einstimmung viele Referenten geladen. Doch dann die Ernüchterung:

Sich von althergebrachten Regeln lösen, ist gar nicht so einfach. Zu prägend ist die Routine, zu stark der Alltag, der allen in den Köpfen steckt. Enttäuschung macht sich breit: „Wir wollten doch was ganz anderes! Warum haben wir das jetzt nicht gemacht?“ Und doch entstehen unter Laborbedingungen am Ende drei Sendungen, mit vielen ungewöhnlichen, neuen Elementen, die Lust auf mehr machen.


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15 Thesen zur Zukunft der Radionachrichten

Auftakt der Zukunftswerkstatt Radionachrichten
23. – 25. Mai 2014 in Magdeburg

Nachrichten im Radio – das ist eine 90-jährige Erfolgsgeschichte. Der Rundfunk der Weimarer Republik sendete drei Nachrichtensendungen am Tag. Heute gibt es täglich Hunderte Nachrichtensendungen im Radio – mit vielen Millionen Hörern. Aber: Die Konkurrenz wächst. Inzwischen gibt es ein unüberschaubares Nachrichtenangebot, vor allem im Internet. Ihre Rolle als unumstrittener Erstinformant haben die Radionachrichten längst verloren. Heute schreiben bereits Computer Nachrichten – und lesen sie auch vor. Es ist also Zeit, darüber nachzudenken: Wie könnten die Radionachrichten der Zukunft aussehen?

15 Thesen von Dietz Schwiesau:
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Müssen wir das Radio retten? Nein.

Radio steht nicht unter Naturschutz.
Ein Gastbeitrag von Frank Rugullis

90 Jahre Radio ist in diesen Tagen ein großes Thema. Was mich wundert, ist ein gewisser Unterton, eine gewisse Ansprechhaltung. Viele Wortmeldungen klingen nach meinem Eindruck so, als ob das Radio unter Naturschutz steht. Als ob es um eine bedrohte Art geht, die man retten muss. „Habt ihr eine Idee, wie das Radio der Zukunft aussehen könnte?“

Haben Journalisten die Aufgabe, das Radio zu retten, dem Radio eine Zukunft zu geben? Haben Journalisten die Verpflichtung, sich allein für einen Ausspielweg stark zu machen? Ist die Frage nach der Zukunft des Radios nicht aus einer falschen Perspektive gestellt?

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Mehr hören. Mehr sehen. Mehr (mit)reden.

Mein Radio der Zukunft

„Sagt doch was zum Radio der Zukunft. Ganz individuell.“
Das war der Auftrag ans Orga-Team der 10. Tutzinger Radiotage.
Wir sollten „Visionen zum Radio 2020“ formulieren.

Nun sind Visionen für eine Hörfunkerin naturgemäß eine schwierige Sache und Vorhersagen nicht wirklich mein Ding. Aber Visionen, das könnten ja auch meine Wünsche fürs Radio 2020 sein. Und da hätte ich ein paar. Motto: Mehr hören. Mehr sehen. Mehr (mit)reden. (mehr …)

Mach’s Dir selber – Zukunftsmodell DoItYourself-Radio?

Von der Freude, Programmchefin zu sein.
Oder: Warum mich das Baukasten-Radio DIY.fm fasziniert.
Warum das für uns Radiomacher eine Chance ist.
Und was als nächstes kommen muss.

Was will ich hören? Bei DIY.fm ist man sein eigener Programmchef.
Ein vielversprechendes Experiment.

Ums gleich klar zustellen: Programmchefin sein, ist nicht mein Traumjob im Hörfunk. Nicht im wahren Leben. Nicht, um damit Geld zu verdienen. Aber daheim beim Frühstück, unterwegs im Auto und abends auf dem Sofa? Warum nicht?

Ich hab jedenfalls schon oft davon geträumt, mir ein neues Programm zu basteln aus der Playlist meines Lieblingsjazzsenders aus New Orleans und den Beiträgen „meines“ Regionalprogramms. Außerdem möchte ich auf meinem Kanal abends hören, was im NSU-Untersuchungsausschuss los war, aber auch Musik und Nachrichten aus meinem nächsten Urlaubsland empfangen. Und zwar: OHNE umzuschalten!

Kommt das Radio-Schlaraffenland?

Dieses Wunschradio nach Maß war bislang reine Fantasie. Jetzt wird die zum Teil wahr. Denn DIY.fm macht genau das möglich: Ich kann mir selber zusammenstellen welche Musik und welche Beiträge ich hören will. In EINEM Programm. Mit eigenem Sendeschema nur für mich. Also: Baukasten-Radio zum Selber-Machen!

Zugegeben: Bislang kann man bei DIY.fm nur aus dem Angebot des Schweizer Rundfunks auswählen. Denn eine SRG-Tochter hat das Projekt gestartet. (Erst bei genauem Hinschauen nach Hinweis von Michel Thalis entdeckt: Man kann wirklich beliebige Podcast-Feeds eingeben und programmieren!) Und In der Bedienung ist das Ganze noch nicht perfekt (dazu demnächst ein ausführlicher Erfahrungsbericht). Dennoch: Das Projekt hat zurecht bereits einen Prix d’Europa abgeräumt und ist ein Hoffnungsschimmer. Für Hörer UND Radiomacher!

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